„Gegen das Vergessen“

Ein Nachbericht zur Gedenkveranstaltung des Jugendring Hagen

„Am 9. November vor 79 Jahren zerstörten Deutsche Wohnungen, Geschäfte und Gotteshäuser von Deutschen – überall in Deutschland, auch in Hagen. Warum? Weil die Opfer jüdischen Glaubens waren. So etwas ist heute unvorstellbar und doch möchten wir daran erinnern, nicht vergessen.“

Mit diesen Worten eröffnete die Vorsitzende des Jugendring Hagen, Hannah Scharlau, am Donnerstag Nachmittag auf dem Wilhelmsplatz die Gedenkveranstaltung „Gegen das Vergessen“. Rund 40 Jugendliche und Erwachsene waren gekommen, um gemeinsam an die Reichspogromnacht zu erinnern.



 

 

 

 

Ab 17 Uhr fand auf dem Wilhelmsplatz in Wehringhausen ein Konzert mit Gedichten und Liedern aus Ghetto, KZ und Widerstand des Hagener Musiker-Quartetts „Die Anonymen Volksweisen“ statt.

Wir haben uns ganz bewusst für den Wilhelmsplatz als Veranstaltungsort entschieden“, erklärt Elena Grell, Bildungsreferentin des Jugendring Hagen. „In letzter Zeit gab es viel negative Berichterstattung rund um den Platz und über neu zugewanderte Menschen. Dem wollten wir entgegenwirken und damit ein Zeichen setzen, dass wir diese Meinung nicht teilen und Farbe bekennen: zum Grundgesetz, zur Vielfalt und zur Pluralität der Menschen, die hier leben.“

So war es auch Ziel der Veranstaltung, nicht nur der Opfer zu gedenken, sondern auch um in der heutigen Zeit postfaktischer Hetze gegen Minderheiten und religiöse Gruppen, menschenverachtender politischer Positionen, der eigenen Verantwortung gerecht zu werden und besonders darauf zu achten, dass sich solche Ereignisse niemals wiederholen dürfen.

Das Gedenken an den Holocaust – insbesondere auch an die mörderischen Ereignisse der Reichspogromnacht – lebendig zu erhalten, ist mittlerweile zu einer guten Tradition des Jugendrings Hagen geworden. Die bisher unter dem Namen bekannte Veranstaltung „Sternlauf“ wurde in diesem Jahr gemeinsam mit Jugendlichen, z.B. vom Ideenlabor Vielfalt, dem Jugendforum des Jugendrings, neu konzipiert, um so ein tragfähiges und innovatives Konzept für die Zukunft zu entwickeln.

Ab 19 Uhr gab es dann im Kino Babylon (Kulturzentrum Pelmke) den Film „Der Junge im gestreiften Pyjama“ zu sehen. Im Anschluss an den bewegenden Film kamen die Mitarbeitenden des Jugendring Hagen mit den Besucher*innen ins Gespräch.

 

 

 

 

 

Auch im Vormittagsbereich wurde auf Initiative des Jugendring Hagen an mehreren Hagener Schulen an diese Zeit erinnert. Hierbei hat jede Schule ihren eigenen Weg gefunden dieses Gedenken umzusetzen. So hat z.B. die Gesamtschule Haspe eine Gedenkwand mit vielen Informationen erstellt und eine Installation zum Thema „Stolpersteine“ aufgebaut.

 

 

 

 

 

 

Gefördert wurde die Veranstaltung durch die Sparkassenstiftung!

Der Jugendring Hagen wird sich auch im nächsten Jahr wieder dafür einsetzen, Projekte für Toleranz und Vielfalt, gegen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit zu realisieren.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.